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Was wird aus der „Lichterfelder Weidelandschaft“

Die Fraktion der Linken im Abgeordnetenhaus hat in der Aktuellen Viertelstunde in der
9. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz am 09.07.2017 der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz folgende Frage gestellt: „Wann ist beabsichtigt, mit der Einleitung des Unterschutzstellungsverfahrens der Lichterfelder Weidelandschaft zu beginnen und ist es angesichts der eventuell schon 2018 beginnenden Bauarbeiten für den Wohnungsbau geplant, dieses Gebiet dauerhaft unter Schutz zu stellen?“

Die Frage ist schon seit langem überfällig, sie hätte bereits den Vorgänger Senat beschäftigen müssen. Der Fragestellerin ist daraus kein Vorwurf zu machen, sie (DIE LINKE) hat als einzige Oppositionspartei in der vergangenen Wahlperiode sich im Abgeordnetenhaus für Natur und Umweltschutz in Lichterfelde Süd eingesetzt.

In der Antwort der Frage wird ausdrücklich festgestellt wie wichtig eine Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet, in Teilen vielleicht sogar als Naturschutzgebiet wäre. Und es wird bekräftigt, dass die Lichterfelder Weidelandschaft einen außergewöhnlichen naturschutzfachlichen Wert hat. Es wird auf die Empfehlungen des Sachverständigenbeirates für Naturschutz und Landschaftspflege von 2012 und 2014 verwiesen. Bereits 2010 hatte der Beirat empfohlen „..diese wertvolle Weidelandschaft und die Waldflächen als Landschaftsschutzgebiet zu sichern,…“ In einem vom Bezirk selbst bestellten Gutachten von 2012 (Fugmann und Janotta) wurde klar und deutlich darauf hingewiesen; dass im Sinne von Natur und Artenschutz nur 16 ha bebaut werden dürfen und weitere 11 ha bedingt.

Wir stellen fest: alle Beteiligten sind sich einig, dass die ehemalige „Parksrange“ vor der Baumafia geschützt werden muss. Allerdings helfen keine Absichtserklärungen ohne dass konkrete Maßnahmen folgen. Auf die eingangs zitierte Frage, wann mit der Einleitung des Unterschutzstellungsverfahrens….begonnen werde, liegt bisher keine konkrete Antwort vor, doch die Zeit drängt. .Laut „Masterplan“ des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf soll an der Bahntrasse ein Quartier I gebaut werden und eventuell sogar die Baumaßnahmen damit begonnen werden. Dieses Quartier darf unter Naturschutzaspekten gar nicht gebaut werden. Der Senat könnte durch Unterschutzstellung des Gebiets die Planung von Groth und des Bezirksamtes verhindern. Die Frage ist – will der Senat das oder ist er überhaupt in der Lage sich gegen die sogenannten Investoren durchzusetzen? Unbeantwortet bleibt auch, welchen Umfang soll ein zukünftiges künftiges lebensfähiges LSG/NSG haben?

Die Senatsverwaltung sei darauf hingewiesen, dass Groth wußte als er das Gelände kaufte, dass er ein Grundstück erworben hatte, auf dem sich einmalige schützenswerte Biotope entwickelt hatten. Er hat schützenswerte Natur gekauft, das konnte er wissen. Und wenn Eigentum verpflichtet, wie es das Grundgesetz fordert, verpflichtet es auch Groth für die Einhaltung der Naturschutzgesetze. Das Bezirksamt, unter Federführung der Zählgemeinschaft von CDU und GRÜNE, hat Groth dennoch ermächtigt – durch einen „Letter of intent“ – sich über alle Gutachten hinwegzusetzen und so dazu beizutragen in Berlin einen bisher nicht dagewesenen riesigen Umweltfrevel zu begehen.

Eberhard Speckmann

 

Krimi

Ein „Provinzkrimi“, der am südlichen Stadtrand spielt, ist das Debüt der Lichterfelder Autorin Beate Vera – mit vielen Parallelen zur Realität "Der Krimi soll einen Bezug zum jahrelangen Planungsgeschehen Lichterfelde-Süd haben. Es wird bereits gemunkelt, daß er (deshalb?) Vorlage für einen Berliner „Tatort“ (ARD) werden könnte". „Wo der Hund begraben liegt“ von Beate Vera ist soeben im Jaron Verlag erschienen. [ISBN: 978-3-89773-738-9, Preis: 9,95 Euro, auch als eBook]